11 Agroökologische Gärten in Burkina Faso

11 Agroökologische Gärten in Burkina Faso

Das Projekt ist Teil des panafrikanischen Programms „10.000 Gärten in Afrika“ der Slow Food Foundation. Inzwischen wurden über 3.200 Gärten in 35 Ländern aufgebaut und mehrere hunderttausend Menschen einbezogen.

Die elf Gärten stehen exemplarisch für einen ganzheitlichen Entwicklungsansatz: Sie verbinden ökologische Landwirtschaft, Bildungsarbeit, Einkommensförderung und kulturelle Identität. Durch die Einbettung in ein nationales und internationales Netzwerk entsteht eine langfristige Struktur, die Wissen sichert, Gemeinschaften stärkt und zur regionalen Stabilität beiträgt. Das Projekt leistet damit einen konkreten Beitrag zur Ernährungssouveränität, zur Bewahrung der biologischen Vielfalt und zur Stärkung lokaler Zukunftsperspektiven in Burkina Faso.

Die Gärten erfüllen mehrere Funktionen:

  • Verbesserung der Ernährungssituation: Anbau vielfältiger Gemüse-, Obst- und Kräuterarten zur Steigerung der Nährstoffvielfalt und Bekämpfung von Mangelernährung
  • Einkommensgenerierung: Verkauf von Überschüssen zur Schaffung zusätzlicher Einnahmen
  • Förderung der Biodiversität: Nutzung und Wiederbelebung lokaler Saatgutsorten und traditioneller Kulturpflanzen
  • Klimaanpassung: Stärkung der Resilienz gegenüber klimatischen Veränderungen
  • Umweltschutz: Verzicht auf Agrochemikalien und Brandrodung, Schonung von Böden und natürlichen Ressourcen


Die Gärten sind zugleich „Freiluft-Klassenzimmer“. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erwerben praxisnahes Wissen zu Agrarökologie, Biodiversität, Saatguterhalt und gesunder Ernährung. Lehrkräfte und Gemeindemitglieder werden aktiv eingebunden und langfristig qualifiziert.

Durch Unterstützung der Elisabeth Ferrari Stiftung konnten im Rahmen des Programms der Slow Food Foundation in Burkina Faso insgesamt elf weitere agroökologische Schul- und Gemeinschaftsgärten aufgebaut und nachhaltig begleitet werden.

https://www.fondazioneslowfood.com/en/sponsor-orti/elisabeth-ferrari-foundation-en

Hier ist die vollständige Liste: 

  • Kour School Garden, Burkina Faso S-O
  • Silom School Garden, Burkina Faso S-O
  • Pognatéon School Garden, Burkina Faso S-O
    Radio Télévision Nationale du Burkina Faso (RTB) berichtete über das Slow-Food-Küchengartenprogramm und insbesondere über den Schulgarten in Pognatéon.
  • Tangaré B’s Laafi Kama School Garden, Burkina Faso C-E
  • Legmoin Centre School Garden, Burkina Faso S-O
  • Léo Bukua B School Garden, Burkina Faso C-O
  • Lan Public Primary School Garden, Burkina Faso C-O
  • Gollo School Garden, Burkina Faso N
    Der Schulgarten in Gollo befindet sich in einem schwierigen Umfeld von Terrorismus, gedeiht aber trotz allem prächtig.
  • Mangeons Schulgarten Bien Yako Mixte, Burkina Faso N
  • Schulgarten Moutoulou, Burkina Faso N
  • Schulgarten Kibou A, Burkina Faso N


Alle im Jahr 2020 geförderten Gärten sind weiterhin aktiv und entwickeln sich positiv – trotz herausfordernder Rahmenbedingungen wie klimatischer Belastungen und einer angespannten Sicherheitslage. Die kontinuierliche Arbeit vor Ort zeigt eindrucksvoll, wie wirksam langfristig angelegte, strukturbildende Förderung ist.

Die Unterstützung der Elisabeth Ferrari Stiftung geht weit über eine reine Projektfinanzierung hinaus. Sie ermöglicht:

  • den Aufbau und die Ausstattung neuer Gärten,
  • die fachliche Schulung von Lehrkräften, Koordinatoren und Gemeindemitgliedern,
  • die langfristige Begleitung und Vernetzung der Garteninitiativen,
  • die Einbindung bestehender Gärten in die Ausbildung neuer Projekte,
  • transparente Dokumentation und Berichterstattung.


Ein Teil der Mittel fließt gezielt in die Kartierung und Förderung lokaler Biodiversität sowie in die Erstellung von Lehrmaterialien und Wirkungsanalysen. Die Slow Food Foundation verwendet keine Spendengelder für allgemeine Verwaltungskosten; sämtliche Mittel dienen unmittelbar der Projektumsetzung.

Die Gärten sind geografisch verteilt und stärken dadurch verschiedene Regionen des Landes. Jeder Standort fungiert als Lernort, Versorgungsquelle und Begegnungsraum zugleich.

Burkina Faso ist geprägt von großer kultureller Vielfalt, aber auch von ökologischen Herausforderungen wie Dürre, Bodendegradation und Desertifikation. Bereits 1987 betonte Präsident Thomas Sankara die Bedeutung agrarökologischer Ansätze für Ernährungssouveränität und nationale Unabhängigkeit.

Die von der Stiftung geförderten Gärten setzen genau hier an:

  • Verbesserung der Ernährungssituation von Schülerinnen und Schülern
  • Förderung lokaler Saatgutsorten und Biodiversität
  • Stärkung des Wissens über nachhaltige Landwirtschaft
  • Aufbau lokaler Wertschöpfung und Selbstorganisation


Selbst in Regionen mit erschwerten Bedingungen – wie etwa am Standort Gollo – gedeihen die Gärten und werden von der Gemeinschaft aktiv getragen. Bestehende Gärten unterstützen neu gegründete Initiativen und schaffen so ein stabiles, solidarisches Netzwerk.

Einbettung in ein starkes Netzwerk

Seit 2004 ist das Netzwerk von Slow Food Burkina Faso landesweit aktiv. Die Gartenprojekte waren ein zentraler Motor für:

  • die Erfassung und Aufwertung traditioneller Lebensmittel,
  • die Identifikation lokaler Produzenten,
  • die Organisation des ersten westafrikanischen Treffens von Terra Madre in Ouagadougou (2017),
  • den Ausbau eines landesweiten Netzwerks aus Gemeinden, Schulen, Produzenten und lokalen Behörden.


Die von der Elisabeth Ferrari Stiftung geförderten Gärten sind ein sichtbarer und wirksamer Bestandteil dieser Entwicklung. Durch die Verbindung von Bildung, Biodiversitätsschutz und lokaler Selbstorganisation entstehen langfristig tragfähige Strukturen. Die elf Gärten stehen exemplarisch für einen Ansatz, der Gemeinschaften stärkt, Perspektiven schafft und ökologische Verantwortung mit sozialer Wirkung verbindet.

Burkina Faso ist von großer kultureller Vielfalt geprägt und zugleich mit erheblichen ökologischen und sozialen Herausforderungen konfrontiert. Ein Großteil des Landes liegt in der Sahelzone; Dürre, Bodendegradation und die Auswirkungen des Klimawandels erschweren eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion. Hinzu kommen wirtschaftliche Unsicherheiten und fragile Versorgungsstrukturen.

Das zentrale Problem des globalen Ernährungssystems liegt nicht in der Menge der produzierten Lebensmittel, sondern in deren gerechter Verfügbarkeit. Besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen haben oft keinen gesicherten Zugang zu gesunder und vielfältiger Nahrung.

Das Projekt setzt daher auf die Stärkung lokaler Ernährungssysteme und verfolgt das Ziel, Ernährungssouveränität, ökologische Stabilität und wirtschaftliche Eigenständigkeit auf Gemeinschaftsebene zu fördern.

Förderhöhe: 10 000 EUR
Stiftungszweck: Die Förderung leistet einen substantiellen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Burkina Faso.